germany-deutschland.com Deutsch English Italiano EspaÑol FranÇais 

 

 

Großstädte in Deutschland - Bremen

Bremen (frz. Brême, it. Brema, Esperanto Bremeno) ist eine Stadt im Nordwesten Deutschlands. Die "Freie Hansestadt Bremen" ist die Hauptstadt und größte Stadt des Bundeslandes "Bremen" (siehe Bremen (Land)), zu dem neben Bremen außerdem noch die etwa 60 km nördlich gelegene Seestadt Bremerhaven gehört. Zur Stadt Bremen gehört auch das Überseehafengebiet in Bremerhaven. Für dieses Gebiet ist jedoch die Stadt Bremerhaven auf Grund eines Vertrages mit der Stadt Bremen gemeindeverwaltungsmäßig zuständig. Dies wurde z. B. in der Verfassung für die Stadt Bremerhaven (VerfBrhv) verankert. Die Stadt Bremen ist Sitz des Landtages, der Bürgerschaft, und der meisten staatlichen Behörden des Landes Bremen (Bürgermeister, Senatoren sowie Staatsgerichtshof und Rechnungshof der Freien Hansestadt Bremen).

Nächste größere Stadt ist Hamburg ca. 95 km nordöstlich von Bremen. Die Einwohnerzahl der Stadt Bremen überschritt um das Jahr 1875 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Nachbargemeinden

Die Stadt Bremen ist ganz von niedersächsischem Staatsgebiet umschlossen. Im Westen grenzt die kreisfreie Stadt Delmenhorst sowie der Landkreis Wesermarsch an, im Norden der Landkreis Osterholz, im Osten der Landkreis Verden und im Süden der Landkreis Diepholz. Die unmittelbar angrenzenden Städte und Gemeinden werden auch als "Speckgürtel" bezeichnet, da sehr viele Arbeitnehmer Bremens außerhalb und damit in Niedersachsen wohnen und dort Einkommens-/Lohnsteuerpflichtig sind. Dies bedeutet Steuerausfälle für das Bundesland Bremen. Die Nachbargemeinden im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Schwanewede, Ritterhude und Lilienthal (Landkreis Osterholz), Ottersberg, Oyten, Achim (alle Landkreis Verden), Weyhe, Stuhr (beide Landkreis Diepholz), Delmenhorst (kreisfreie Stadt), Lemwerder, Berne, Elsfleth (alle Landkreis Wesermarsch)

Geographie

Bremen liegt zu beiden Seiten der Weser, etwa 126 km vor deren Mündung in die Nordsee, an der Stelle, an der sich der Fluss zu einem Mündungstrichter, der als Unterweser bezeichnet wird, verbreitert. Bis hierher ist die Weser mit Seeschiffen befahrbar, was die Entstehung des Hafens ermöglichte. Die Landschaft links der Weser nennt man "Wesermarsch". Das Stadtgebiet ist 38 km lang und 16 km breit. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 136,5 km.

Wappen

Beschreibung: In Rot ein schräg nach rechts aufgerichtetet, mit dem Barte linkshin gewandter silberner Schlüssel gothischer Form ("Bremer Schlüssel"). Auf dem Schild ruht eine goldene Krone, welche über dem mit Edelsteinen geschmückten Reife fünf Zinken in Blattform zeigt. ("Mittleres Wappen"). Beim Kleinen Wappen wird lediglich der Schlüssel ohne Krone abgebildet. Das große Wappen hingegen hat darüber hinaus noch eine Konsole bzw. ein bandartiges Fußgestell, auf dem der Schild ruht. Der Schild wird von zwei aufgerichteten rückwärts schauenden Löwen mit den Vorderpranken gehalten. Bedeutung: Der Schlüssel ist das Attribut des Hl. Petrus, dem Schutzpatron des Bremer Doms. Das Wappensymbol taucht bereits 1366 im Stadtsiegel Bremens auf. Im Laufe der Geschichte veränderte sich die Form des Schlüssels mehrmals. Auch zeigte das Stadtwappen teilweise den Hl. Petrus mit dem Schlüssel. Auch die Formen außerhalb des Wappenschildes veränderten sich mehrmals. So taucht etwa der Löwe des großen Wappens erstmals 1618 auf. In seiner heutigen Form geht das Wappen auf die Wappenordnung von 1891 zurück. Flagge/Fahne: Von Rot und Weiß mindestens achtmal gestreift und längs des Flaggenstocks mit der den Streifen entsprechenden Zahl abwechselnd roter und weißer Würfel in zwei Reihen gesäumt. In der Mitte der Flagge ein viereckiges weißes Feld mit dem Wappen. Die Bremer Flagge, umgangssprachlich auch als "Speckflagge" bezeichnet, soll der Legende nach zu den Vorbildern der Amerikanischen Flagge (Stars and Stripes) gehört haben.

Geschichte

  • 782 Bremen wird zum ersten Mal schriftlich erwähnt.
  • 787 Karl der Große gründet das Bistum Bremen. Dadurch wird Bremen zum Zentrum der Christianisierung Nordeuropas.
  • 845 Residenz der Erzdiözese Hamburg-Bremen (Erzbischof Ansgar).
  • 888 König Arnulf von Kärnten gewährt der Stiftskirche das Marktrecht
  • 965 Kaiser Otto I. verleiht dem Erzbischof Adaldag das Marktrecht
  • 1043-1072 Erster wirtschaftlicher Aufschwung unter Erzbischof Adalbert
  • 1076 Adam von Bremen, Domscholast, beendet die Arbeit an seiner Geschichte des Erzbistums Hamburg und erwähnt darin die Entdeckung Amerikas (Vinlands) durch die Wikinger
  • 1186 Kaiser Friedrich I. Barbarossa verbriefte das erste bürgerliche Gesetz
  • 1260 der Hanse beigetreten
  • Um 1300 wird der Stadtwall erbaut
  • Im 13. Jahrhundert erlangt Bremen die Unabhängigkeit von den Erzbischöfen
  • 1358 Bremen wird Mitglied der Hanse
  • 1533 Aufstand der 104 Männer
  • 1619 Die ersten Hafenanlagen werden konstruiert
  • 1646 Nach dem Kampf gegen die Schweden im dreißigjährigen Krieg wird Bremen zur Freien Reichsstadt erklärt
  • 1783 Beginn des direkten Transatlantikhandels mit den USA

Nach Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1806, sicherte der amtierende Bürgermeister Johann Smidt die Unabhängigkeit der freien Stadt im Deutschen Bund. Bremen um 1900

  • 1815 erhält Bremen auf dem Wiener Kongress den Status eines souveränen Staates des deutschen Staatenbundes.
  • 1827 wird Bremerhaven an der Wesermündung gegründet, da der Fluss zu versanden drohte. Die Siedlung wird später zur eigenständigen Stadt innerhalb des Landes Bremen erhoben.
  • 1849 wird die Kunsthalle Bremen eröffnet.
  • 1866 Bremen wird Mitglied des Norddeutschen Bundes
  • 1871 Gründung des Deutschen Reichs. Bremen wird zum Bundesland mit dem verfassungsmäßig festgehaltenen Titel Freie Hansestadt Bremen.
  • 1888 Anschluss Bremens an die Deutsche Zoll Union; Eröffnung des ersten Freihafens
  • 1920 Bau des Flughafens
  • 1928 Einweihung der Columbuskaje in Bremerhaven, Tor zur Welt für mehr als sieben Millionen Emigranten nach Amerika (siehe auch extern: (Bremer Passagierlisten 1920 - 1939) (http://www.schiffslisten.de))
  • 1939 Abtrennung der Stadt Bremerhaven vom Bremer Staatsgebiet und Vereinigung dieser mit der preußischen Stadt Wesermünde zur Großstadt "Wesermünde"
  • 1947 Wesermünde wird in Bremerhaven umbenannt und kehrt wieder in das Bremer Staatsgebiet zurück
  • 1945 Bremen und Bremerhaven werden amerikanisches Besatzungsgebiet ("Amerikanische Exklave" = AE = altes Nummernschild bis 1956) in britisch besetzten Umland
  • 1949 Bremen (bestehend aus der Stadt Bremen und der Stadt Bremerhaven) wird ein Land der Bundesrepublik Deutschland
  • 2004 Das historische Rathaus und seinem Wahrzeichen, dem steinernen Roland, wird zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt

Religion

Bremen wurde 787 Sitz eines Bistums, das zunächst Köln, nach 845 Hamburg unterstellt war. Beide Bistümer wurden 893 vereinigt. Danach versuchte das Bistum mehrmals sein Herrschaftsgebiet auf den Norden Europas auszudehnen. 1223 ging der Erzbischofstitel von Hamburg auf Bremen über. Hauptkirche war danach der Bremer Dom. Erste Pfarrkirche wurde die Veits- bzw. Liebfrauenkirche. 1522 wurde in Bremen die erste evangelische Predigt gehalten. Danach zog die Reformation Zug um Zug ein und 1532 wurde auch im Dom die Reformation erzwungen. 1534 erhielt Bremen eine neue Kirchenordnung. Wegen innerkirchlicher Streitigkeiten wurde 1561 der (lutherische) Dom geschlossen. In der Stadt herrschte danach überwiegend das reformierte Bekenntnis vor. 1567 wurde in Bremen ein protestantischer Erzbischof eingesetzt. Anfang des 17. Jahrhundert öffnete sich die Stadt durch Teilnahme an der Dordrechter Synode mehr dem reformierten Bekenntnis. Doch wurde das lutherische Bekenntnis ab 1639 als gleichberechtigt anerkannt, nachdem 1638 der Dom wieder für (lutherische) Gottesdienste geöffnete worden war. Er blieb aber lange Zeit die einzige lutherische Gemeinde der Stadt und wurde nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 der Stadt eingegliedert. Danach verlor sich das reformierte Bekenntnis mehr und mehr, als die Gemeinden teilweise auch lutherische Prediger beriefen. Neue Gemeinden entstanden und wurden nicht mehr zwischen "lutherisch" und "reformiert" unterschieden. Als Freie Reichsstadt konnte Bremen seine kirchlichen Angelegenheiten selbst regeln. So wurden z.B. 1860 die Grenzen der Pfarrgemeinden aufgelöst. Die einzelnen Gemeinden erhielten ein weitgehendes Selbstbestimmungsrecht. Nach dem 1. Weltkrieg erhielt die Bremische Staatskirche eine neue Verfassung (Bremische Evangelische Kirche). Ab 1934 stand an der Spitze der Landeskirche ein Landesbischof, doch wurde nach 1945 die Rechtsstellung von 1920 wieder hergestellt. Die Einzelgemeinden der Stadt sind relativ autonom und haben eine sehr unterschiedliche Tradition und Ausprägung. Die Bremische Evangelische Kirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts bildet das "Dach" der Einzelgemeinden. An ihrer Spitze steht auch kein Bischof, wie in den meisten anderen Landeskirchen, sondern ein "Präsident", ein Nicht-Theologe. Zur Bremischen Evangelischen Kirche gehört neben den stadtbremischen Gemeinden auch die Vereinigte Protestantische Gemeinde Bremerhaven. Siehe auch Evangelische Gemeinde zu St. Martini in Bremen (http://www.sankt-martini.de)

1845 kam es zur Gründung der ersten Bremer Baptistengemeinde, heute: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde. Ab 1850 entstand in Bremen auch eine Bischöfliche Methodistenkirche, die von hier aus eine reiche Missionstätigkeit in ganz Deutschland ausübte. Heute befindet sich der Sitz dieser Freikirche in Frankfurt am Main.

Ab 1648 formierte sich in Bremen auch wieder eine katholische Gemeinde, die aber erst 1816 mit der Überlassung der Johanniskirche wieder ein eigenes Gotteshaus erhielt. 1920 wurde die Pfarrgemeinde eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und 1931 wurde Bremen Sitz eines Dekanats innerhalb des Bistums Osnabrück, zu dem alle heutigen Pfarrgemeinden der Stadt gehören.

Politik

Die Bremer Legislative, das Parlament des Bundeslandes Bremen, ist die Bürgerschaft mit 83 Abgeordneten. Hiervon kommen 67 aus Bremen und 16 aus Bremerhaven. Die 67 Bremer Abgeordnete bilden zugleich das Stadtparlament Bremens. (Bremerhaven hingegen hat eine eigene Stadtverordnetenversammlung.) Die Abgeordneten werden alle 4 Jahre von der Bevölkerung gewählt. Die Bremer Landesregierung ist der Senat. Dieser fungiert gleichzeitig als Magistrat (Stadtregierung) der Stadt Bremen. Vorsitzender des Senats ("Präsident des Senats") ist der Bürgermeister. Er ist Staatsoberhaupt des Bundeslandes Bremen und gleichzeitig Oberhaupt der Stadt Bremen. Aus traditionellen Gründen trägt das Stadtoberhaupt Bremens den Titel Bürgermeister und nicht Oberbürgermeister, wie in den meisten anderen Großstädten Deutschlands. Stellvertreter des Präsidenten des Senats ist der (zweite) Bürgermeister. Die sonstigen Mitglieder des Senats (Senatoren) des Bundeslandes Bremen sind den Ministern der anderen Bundesländer vergleichbar und sind für die Stadt Bremen zugleich Dezernenten ("Fachbereichsleiter").

Dr. Henning Scherf (SPD) ist seit dem 4. Juli 1995 erster Bürgermeister der Stadt Bremen, sein Stellvertreter ist der zweite Bürgermeister Hartmut Perschau (CDU).

Bei der Bürgerschaftswahl am 25. Mai 2003 wurde die große Koalition zwischen SPD und CDU trotz starker Verluste der CDU bestätigt.

Wirtschaft

Aufgrund des Hafens ist Bremen Deutschlands Außenhandelsstandort Nummer zwei, gleich nach Hamburg. Die Palette der verschiedenen Handelsgüter die hier im- und exportiert werden, erstreckt sich von Fisch-, Fleisch- und Molkereiprodukten über Tee, Reis und Tabak bis hin zu Wein und Zitrusfrüchten. Auch finden sich hier wichtige Standorte der Automobil-, Elektronik-, Schiffbau-, und Stahlindustrie. Das Unternehmen Daimler/Chrysler fertigt in seinem Werk in Bremen beispielsweise die Automodelle C-Klasse, das T-Modell und den Roadster SL. Auch die Luft- und Raumfahrtindustrie ist hier angesiedelt, die Endmontage der Airbusflügel findet bespielsweise in Bremen statt und bei der EADS Space Transportation GmbH (Tochterunternehmen der EADS) entstehen wichtige Module und Bauteile für Weltraum taugliche Laboratorien, Trägerraketen und Satellitensysteme. Auch finden sich hier einige Unternehmen der Nahrungs- und Genußmittelproduktion. Die Wirtschaft der Stadt macht in den letzten Jahren einen starken Strukturwandel durch, hin zu einem Dienstleistungs und Hi-Tech Standort.

Verkehr

Im Süden Bremens befindet sich der internationale Flughafen Bremen. Bremen ist ein Knotenpunkt der Bahn mit Hauptbahnhof sowie für den Güterverkehr mit Rangierbahnhof, Hafenbahnhöfen und Werksbahnhof der Klöckner-Hütte. Von hier führen mehrere Bahnlinien in verschiedene Richtungen. Auch an das Fernstraßennetz ist Bremen gut angebunden: Das südliche Stadtgebiet Bremens wird von der Bundesautobahn A1 Dortmund-Hamburg berührt. Im Südosten der Stadt, am Bremer Kreuz, wird die A1 von der A27 Hannover-Bremerhaven-Cuxhaven gekreuzt. Diese Autobahn führt nahezu durch das gesamte nördliche Stadtgebiet von Südosten nach Nordwesten. Westlich der Stadt beginnt die Autobahn A 28 nach Oldenburg. Ferner führt die Bundesstraße B 6 durch Bremen.

Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen mehrere Straßenbahn- und Buslinien der Bremer Straßenbahn AG sowie Buslinien anderer Verkehrsbetriebe bzw. Unternehmen.

Ansässige Unternehmen

  • Daimler/Chrysler (Automobilbau)
  • Kellogs Deutschland (Nahrungsmittel)
  • HAG (Kaffee)
  • Melitta (Kaffee)
  • Eduscho (Kaffee, gehört zu Tchibo)
  • Tchibo (Kaffee)
  • Hachez (Schokolade-, Patisserieerzeugnisse)
  • Feodora (Schokolade-, Patisserieerzeugnisse)
  • Beck & Co. KG (Bier-Brauerei "Beck's", "Haake Beck", "Hemelinger", größter deutscher Bierexporteur, gehört zu dem belgischen Brauerei-Konzern Interbrew)
  • Kraft Foods (Nahrungsmittel)
  • Kraft Jacobs Suchard (Kaffee, gehört zu Kraft Foods)
  • Airbus Deutschland (Flugzeugbau)
  • BLG Logistics Group (Logistik)
  • Stahlwerke Bremen
  • Hella Fahrzeugkomponenten GmbH
  • Atlas-Elektronik (Marine-Elektronik)
  • RDE , Rheinmetall Defence Electronics GmbH (wehrtechnische Elektronik)

Bildung, Wissenschaft und Forschung

Das Bremer Bildungssystem stellt sich ausgesprochen widersprüchlich dar: Einerseits belegt Bremen im Bereich der Elementar- und Allgemeinbildung laut deutscher PISA-Studie den letzten Platz, andererseits wurden die Städte Bremen und Bremerhaven vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft am 12.03.2004 zur "Stadt der Wissenschaft 2005" (gegen einen Mitbewerb von 36 deutschen Städten) gewählt. Umstritten war 2001 die Schließung des Schulzentrums Holter Feld.

  • Die Universität Bremen nahm zum Wintersemester 1971/72 ihren Betrieb auf. Die Grundsteinlegung erfolgte am 11.11.1970 durch aufmüpfige Studenten und Schüler unter dem Namen "Marx & Moritz-Universität" (letzeres nach dem damaligen Bildungssenator Moritz Thape).1973 wurde die Pädagogische Hochschule integriert, daher lag der Schwerpunkt der Universität ursprünglich in der Lehrerausbildung. Heute gibt es beinahe alle Fachbereiche (außer Medizin), sowie diverse Sonderforschungsbereiche. Ein Indikator für die Wertschätzung der Forschungsleistungen ist der hohe Anteil der eingeworbenen Drittmittel.
  • Die Hochschule für Künste Bremen trägt seit 1988 ihren heutigen Namen. 1979 war die Hochschule und die berufsbildende Abteilung des Bremer Konservatoriums zur Hochschule für Gestaltende Kunst und Musik zusammen gelegt worden. Diese hatte mehrere Vorgängereinrichtungen.
  • Die Hochschule Bremen wurde 1982 gegründet durch Zusammenschluss der Hochschulen für Technik, Nautik, Sozialpädagogik/Sozialökonomie und Wirtschaft.
  • Die International University Bremen kurz IUB, ist eine private Universität gegründet 1999.

Darüber hinaus gibt es Bremen das komplette Angebot allgemeinbildender und beruflicher Schulen.

Entwicklung des Stadtgebiets

Eingemeindungen

Wie die meisten ehemaligen Freien Reichsstädte konnte auch Bremen im Laufe der Geschichte neben dem eigentlichen Stadtgebiet umliegende Dörfer für sich gewinnen. Das "Staatsgebiet" der Freien Reichsstadt Bremen bestand daher aus dem eigentlichen Stadtgebiet, dem sog. "Landgebiet", also einer Vielzahl von Landgemeinden, die später als Landkreis Bremen bezeichnet wurden und der Stadt Vegesack, die sich aus einem alten Dorf nach Anlegung des Hafens zu einem Flecken (ab 1794) und schließlich zu einer Kleinstadt (Stadtrecht seit 1850) entwickelt hatte. Von 1827 bis 1939 und dann wieder ab 1947 gehörte bzw. gehört auch Bremerhaven zum Bremer Staatsgebiet (= Bundesland Freie Hansestadt Bremen), der Freihafen von Bremerhaven ist gleichzeitig eine Exklave der Stadt Bremen, also ein Stadtteil der Stadtgemeinde Bremen. Die Städte Bremerhaven und Vegesack sowie die Gemeinden des Bremer Landgebiets hatten mehr oder weniger eine eigene Verwaltung bzw. die Bürger dieser Gemeinden hatten andere Rechte als die Bürger der Stadt Bremen. Das eigentliche Stadtgebiet Bremens umfasste bis Mitte des 19. Jahrhunderts nur die sog. Altstadt, die Neustadt und die außerhalb der Wallanlagen gelegenen Vorstädte. Ab 1849 wurden in mehreren Abschnitten benachbarte Landgemeinden in das Stadtgebiet eingegliedert. Dadurch verkleinerte sich der Landkreis Bremen stetig, bis er 1945 vollständig aufgelöst und seine Gemeinden in die Stadt Bremen eingegliedert wurden. Ab 1945 waren damit zunächst Staatsgebiet und Stadtgebiet Bremens identisch. (Bremerhaven hieß zu jener Zeit Wesermünde und gehörte zur preußischen Provinz Hannover). Erst seit 1947 als Bremerhaven wieder in das Bremische Staatsgebiet zurückgegliedert wurde, besteht das Land Bremen (wieder) aus zwei Städten.

Im einzelnen wurden folgende Gemeinden in die Stadt Bremen eingegliedert (in Klammer der Flächenzuwachs des Stadtgebiets in ha):

  • 1. Januar 1849: Pagentorn, Utbremen, Pauliner Marsch, Stephanikirchweide und Bürgerviehweide (1.212 ha)
  • 3. Februar 1872: Stadtwerder (205 ha)
  • 1875: Teile der Landgemeinden Neuenland (Buntentor) und Woltmershausen (342 ha)
  • 1885: Teil der Landgemeinde Walle (28 ha)
  • 21. Oktober 1892: Teile der Landgemeinden Walle und Gröpelingen (256 ha)
  • 1. April 1902: Landgemeinden: Schwachhausen, Hastedt sowie Teile der Landgemeinden Walle,Gröpelingen und Woltmershausen (2.770 ha)
  • 1. April 1921: Landgemeinden Oslebshausen, Neuenland sowie Teile der Landgemeinden Oberneuland-Rockwinkel, Osterholz, Horn, Grambke, Arsten, Habenhausen und Rablinghausen (3.490 ha)
  • 1923: Teil der Landgemeinde Oberneuland-Rockwinkel (21 ha)
  • 1. April 1938: Hafengebiet der Stadt Bremerhaven
  • 1. November 1939: Landgemeinden Büren, Grambkermoor und Lesumbrok sowie Stadt Vegesack (zusammen 2.106 ha) und die zur preußischen Provinz Hannover gehörigen Landgemeinden Aumund, Blumenthal, Farge, Grohn, Lesum und Schönebeck (alle Landkreis Osterholz) sowie Hemelingen und Mahndorf (beide Landkreis Verden) (zusammen 6.787 ha)
  • 1. Dezember 1945: Landgemeinden Osterholz, Oberneuland-Rockwinkel, Borgfeld, Lehesterdeich, Blockland, Strom, Seehausen, Lankenau, Huchting, Arsten und Habenhausen (= Auflösung des Landkreises Bremen) (zusammen 13.977 ha)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

  • Theater der Freien Hansestadt Bremen
  • Ernst-Waldau-Theater e.V.
  • Theater im Packhaus e.V:
  • Shakespeare-Company e.V.

Die Stadt ist ferner Träger des "Philharmonischen Staatsorchesters", das 1812 als "Gesellschaft für Privatkonzerte" gegründet und 1888 in die "Philharmonische Gesellschaft" umgewandelt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt es seinen heutigen Namen.

Museen und Ausstellungen

Bremen besitzt eine reiche Museumslandschaft. Die von Bürgern der Stadt gegründete Kunsthalle Bremen wurde 1849 eröffnet; der Bestand umfasst heute europäische Kunstwerke vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

  • Bremen Halle - Luft- und Raumfahrtmuseum am Flughafen
  • Bremer Frauenmuseum e. V.
  • Bremer Rundfunkmuseum
  • Dokumentationsstätte Gefangenenhaus Ostertorwache
  • Drachenarchiv "Und sie fliegen heute noch"
  • Focke Museum Bremen
  • Gerhard-Marcks-Haus
  • Krankenhaus-Museum
  • Kunsthalle Bremen
  • Kunstsammlungen Böttcherstraße - Paula-Becker-Modersohn-Haus und Roselius-Haus
  • Mühle Oberneuland
  • Neues Museum Weserburg Bremen
  • Schulgeschichtliche Sammlung Bremen
  • Schulschiff Deutschland
  • Spielzeugmuseum im Schnoor
  • Tischlerei-Museum
  • Übersee Museum Bremen
  • Universum Science Center
  • Wilhelm Wagenfeld Stiftung

Schlösser und Kirchen

  • Dom-Museum im Bremer Dom
  • Heimatmuseum Schloss Schönebeck

Sonstige Bauwerke

  • Roland, das Wahrzeichen der Stadt
  • Die Bremer Stadtmusikanten, ebenfalls ein Wahrzeichen
  • Rathaus am Markt
  • Universum (Wissenschaftsmuseum)
  • Fallturm
  • Fernmeldeturm
  • MW-Sendemast Bremen-Oberneuland (siehe Radio Bremen)

Sonstige Sehenswürdigkeiten

  • Schnoorviertel
  • Böttcherviertel
  • Die Schlachte
  • Segelschulschiff Deutschland
  • Space Park

Kulinarische Spezialitäten

Bremer Klaben

Weihnachtsgebäck mit Rosinen.

Kohl und Pinkel

Dies ist wohl eine der bekanntesten Bremer Spezialitäten. Im Gegensatz zu den Umlandgemeinden nennt es sich in Bremen Braunkohl und Pinkel. In allen anderen Gemeinden wird dies Grünkohl und Pinkel genannt.

Zutaten: Kartoffel, Grünkohl, Schmalz, Zwiebeln, Fleischbrühe, Salz, frisch gemahlener Pfeffer, fertige Bremer Pinkelwurst, frischer Bauchspeck, Hafergrütze.

Zubereitung: Den Kohl waschen und danach grob hacken. Danach den Kohl in einen großen Topf packen und alle anderen Zutaten oben auf den Kohl platzieren. Alles gemeinsam ca.2 bis 3 Stunden schmoren lassen. Eine halbe Stunde vor Ende der Kochzeit die Hafergrütze hinzugeben. Die Bremer Besonderheit ist nun, dass dies am Vortag passiert und einige Stunden vor dem Essen nochmal zum Aufwärmen einige Stunden in den Backofen geschoben wird.

Der Besagte kleine Unterschied im Namen kam einen Besucher in Bremen schon einmal teuer zu stehen. Er verklagte einen Gastwirt, weil dieser ihm aufgewärmtes Essen servierte. Der Gastwirt pochte aber darauf, dass in seiner Speisekarte von Braunkohl und nicht Grünkohl die Rede war und dies eine Bremer Spezialität sei. Der Richter entschied für den Gastwirt!

Heute frönt man dem Kohl-und-Pinkel-Essen gern in geselliger Runde.

Bremer Kükenragout

Entgegen anderslautender Gerüchte enthält dies Ragout keine Küken!

Zutaten: Wasser, Suppengemüse, Karotten, Sellerie, Lauch, eine kleine Zwiebel, Nelken, etwas Salz, Kalbszunge, Kalbsbries, Hähnchenbrust, Kalbsmett mit zwei Eiern, Sahne, Muskat, Salz, weißer Pfeffer, getrocknete Spitzmorcheln, Champignons, Reis, Butter, saure Sahne, geschlagene Sahne, Weißwein, Zitrone, Cayennepfeffer, Stärkepulver

Zubereitung: Das Wasser mit dem Suppengemüse und etwas Salz aufsetzen. Die Kalbszunge darin etwa 2,5 Stunden abkochen. Das Kalbsbries darin etwa zehn Minuten blanchieren. Kalbsbries säubern und von den Häuten befreien und in zwei Zentimeter große Stücke zerteilen. Kleine Kalbfleischklößchen mit einem Teelöffel abstechen und abkochen in der Brühe. Die Hühnchenbrust in zwei Zentimeter große Stücke schneiden und zurseite stellen. Den Reis körnig kochen und ebenfalls beiseite stellen. Champignons waschen, die Hälfte davon in feine Scheiben schneiden. Die Brühe durch ein Sieb gießen und auf ein Drittel einkochen. Danach ganz leicht mit Maisstärke binden. Die Zunge in einen Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Je nach Zungengröße noch halbieren und vierteln. Das gewürfelte Kalbsbries in einer Pfanne etwa 15 Minuten goldbraun anbraten und warmstellen. Die Hähnchenbrust nur ganz leicht goldbraun anbraten und warmstellen. Kalbsfleischklößchen und Zunge warmstellen. In einer Pfanne die Champignonscheben anbraten, bis sie goldbraune Farbe angenommen haben und die Morcheln mit der Flüssigkeit dazugeben und sehr weit einkochen lassen. Mit Weißwein ablöschen. Die Champignonpfanne in einen Ragouttopf umfüllen und mit etwas Brühe auffüllen und aufkochen lassen. Alle Fleischzutaten hinzufügen und leicht erwärmen. Das Ragout mit saurer Sahne, Zitrone, Cayennepfeffer und Salz abschmecken. Zum Schluß die geschlagene Sahne hinzufügen, bis das Ragout eine gute und nicht zu feste Konsistenz bekommt. Etwas zuvor den Reis, etwas Butter, Pfeffer und Salz erwärmen. Die restlichen rohen Champignons in Scheiben schneiden und unter den Reis heben.

Bremer Labskaus

Auch hier gilt: Einen Tag eher zubereiten erhöht den Genuss (natürlich sollten die Spiegeleier frisch sein).

Zutaten: Gepökeltes Rindfleisch, Kartoffeln, Rote Bete, Zwiebeln, fein gewürfelten Meerrettich, Matjesfilets, Äpfel, Eier, Salz, Zucker, Pfeffer, Essig, Wasser

Zubereitung: Das Pökelfleisch muß 1,5 Stunden kochen. Gleichzeitig werden die Kartoffeln aufgesetzt und die Rote Bete in kochendem Salzwasser etwa 1,5 Stunden gegart. Fleisch, Kartoffeln und 3 Zwiebeln werden durch den Fleischwolf gedreht. Alles wird gut miteinander vermengt, gepfeffert und mit Pökelbrühe geschmeidig gerührt. Danach wird das Labskaus bis zum nächsten Tag kalt gestellt. Ebenso eine Salatsoße aus je zur Hälfte Essig und Wasser, einer gewürfelten Zwiebel, dem feingewürfelten Meerrettich sowie Salz und Zucker nach Geschmack. Die Soße wird über die noch lauwarmen und in Scheiben geschnittenen Rote Bete gegeben. Am nächsten Tag eine gewürfelte Gewürzgurke in das Labskaus rühren. Alles wird erhitzt. Die Matjesfilets werden mit Apfel- und Zwiebelscheiben belegt, aufgerollt und von Stäbchen zusammengehalten. Das Labkaus wird auf Tellern, garniert mit Roter Bete, Gurken, Matjes und Spiegeleiern, Serviert.

Babbeler

Babbeler sind mentol- bzw. pfefferminzhaltige Zuckerstangen, die in einer einzigen kleinen Manufaktur in Bremen (Zuckerwarenfabrik Germann, Geschäftsführer Marco Uhlisch) hergestellt und in Pergamentpapier eingewickelt werden. Sie enthalten neben dem Pfefferminzöl noch Zucker, Glucosesirup und Wasser und sind wohl die ersten Husten-Lutschstange der Welt. Die Stange wird in die Faust genommen und das obere Ende der Papierumhüllung abgerissen. Dann beginnt man mit dem Lutschen, wodurch der Rest der Stange mit Speichel, Papier und der Faust eine klebrige Verbindung eingeht. Babbeler gehören zum Bremer Freimarkt, können aber das ganze Jahr über erworben werden, Babbeler gibt's aber nur in Apotheken, Drogerien und einigen Teeläden. Und das auch nur innerhalb der Stadtgrenzen. Der Name Babbeler kommt aus dem Plattdeutschen von "hol din Babbel" - "halt' deinen Mund".

Historie

Der Original Bremer Babbeler wurde ab 1886 im Bremer Westen hergestellt. Der Konditormeister und Bonschenkocher (Bonbonkocher) Adolf Friedrich Bruns eröffnete im Bremer Westen im Doventorsteinweg ein Konditorgeschäft und verkaufte dort seine Babbeler. Im zweiten Weltkrieg wurde der Bremer Westen weitgehend zerstört, so auch das Geschäft. Seit 1953 befindet sich die Süßwarenfabrikation A.F. Bruns in Fähr-Lobbendorf in der Bertholdstr. 38. Hier werden mit uralten Methoden und Maschinen weiterhin die Original Bremer Babbeler hergestellt. Enkel Adolf Friedrich Bruns wickelt jeden Morgen mit seiner Frau (beide sind um die 80 Jahre alt) die braunen Stangen in das ursprüngliche Pergamentpapier und liefern sie in Apotheken, Teeläden und den Bremer Schnoor.

kaiser permanente find a doctor